Bava Kamma 203

Kapitel 203

א סתם עצים להסקה הן עומדין
1 Gewöhnliches Holz ist zum Heizen bestimmt.
ב אמר רב כהנא ועצים להסקה תנאי היא דתניא אין מוסרין פירות שביעית לא למשרה ולא לכבוסה ור' יוסי אומר נותנין פירות שביעית לתוך המשרה ולתוך הכבוסה
2 R. Kahana sagte: Über die gewöhnliche Bestimmung des Holzes zum Heizen besteht ein Streit von Tannaím; denn es wird gelehrt: Man darf Siebentjahrsfrüchte nicht zu Einweich- oder Waschlauge benutzen; R. Jose sagt, man dürfe Siebentjahrsfrüchte zu Einweih- und Waschlauge benutzen. –
ג מאי טעמא דרבנן אמר קרא (ויקרא כה, ו) לאכלה ולא למשרה לאכלה ולא לכבוסה ורבי יוסי אומר אמר קרא לכם לכל צרכיכם
3 Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt: <i>zum Essen</i>, nicht aber zu Einweichlauge, <i>zum Essen</i>, nicht aber zu Waschlauge. R. Jose aber erklärt: Die Schrift sagt: <i>für euch</i>, für alle eure Bedürfnisse. –
ד ורבנן נמי הכתיב לכם לכם דומיא דלאכלה במי שהנאתו וביעורו שוין יצאו משרה וכבוסה שהנאתן אחר ביעורן
4 Und die Rabbanan, es heißt ja für <i>euch</i>!? – Für eure [Bedürfnisse], die dem Essen gleichen, wenn der Nutzen und die Vernichtung zusammentreffen, ausgenommen sind Einweich- und Waschlauge, bei denen der Nutzen erst nach der Vernichtung erfolgt. –
ה ור"י נמי הכתיב לאכלה אמר לך ההוא מיבעי ליה לכדתניא דתניא לאכלה ולא למלוגמא אתה אומר לאכלה ולא למלוגמא או אינו אלא לאכלה ולא לכבוסה כשהוא אומר לכם הרי כבוסה אמור הא מה אני מקיים לאכלה לאכלה ולא למלוגמא
5 Und R. Jose, es heißt ja <i>zum Essen</i>!? – Er kann dir erwidern: dies ist für folgende Lehre nötig: <i>Zum Essen</i>, nicht aber zu einem Pflaster. Du sagst, <i>zum Essen</i>, nicht aber zu einem Pflaster, vielleicht ist dem nicht so, sondern: <i>zum Essen</i>, nicht aber zu Waschlauge!? [Die Worte] <i>für euch</i> schließen ja Waschlauge ein, somit sind [die Worte] <i>zum Essen</i> zu erklären: <i>zum Essen</i>, nicht aber zu einem Pflaster. –
ו ומה ראית לרבות הכבוסה ולהוציא את המלוגמא מרבה אני את הכבוסה ששוה בכל אדם ומוציא אני את המלוגמא שאינו שוה בכל אדם
6 Was veranlaßt dich, die Waschlauge einzuschließen und das Pflaster auszuschließen!? – Ich schließe die Waschlauge ein, weil sie für jeden Menschen verwendbar ist, und ich schließe das Pflaster aus, weil es nicht für jeden Menschen verwendbar ist. –
ז כמאן אזלא הא דתניא לאכלה ולא למלוגמא לאכלה ולא לזילוף לאכלה ולא לעשות ממנה אפיקטויזין כמאן כר' יוסי דאי כרבנן איכא נמי משרה וכבוסה:
7 Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: <i>Zum Essen</i>, nicht aber zu einem Pflaster; <i>zum Essen</i>, nicht aber zum Sprengen; <i>zum Essen</i>, nicht aber daraus ein Brechmittel zu bereiten? Die des R. Jose, denn nach den Rabbanan gibt es ja noch Ein weich- und Waschlauge.
ח רבי יהודה אומר אם השבח כו': (סימן סבן)
8 R. J<small>EHUDA SAGT, BETRÄGT DER</small> M<small>EHRWERT &amp;C.</small>
ט יתיב רב יוסף אחורי דרבי אבא קמיה דרב הונא ויתיב רב הונא וקאמר הלכה כרבי יהושע בן קרחה והלכה כרבי יהודה
9 R. Joseph saß vor R. Hona hinter R. Abba, und R. Hona saß und trüg vor: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa und die Halakha ist wie R. Jehuda.
י אהדרינהו רב יוסף לאפיה אמר בשלמא רבי יהושע בן קרחה אצטריך סלקא דעתך אמינא יחיד ורבים הלכה כרבים קמ"ל הלכה כיחיד
10 Da wandte R. Joseph das Gesicht weg und sprach: Allerdings ist es zu sagen nötig, die Halakha sei wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa, denn man könnte glauben, bei diesem Streite zwischen einem einzelnen und einer Mehrheit sei die Halakha wie die Mehrheit, so lehrt er uns, daß die Halakha wie der einzelne sei. –
יא ר' יהושע בן קרחה מאי היא דתניא רבי יהושע בן קרחה אומר מלוה בשטר אין נפרעין מהן מלוה על פה נפרעין מהן מפני שהוא כמציל מידם
11 Welche [Lehre des] R. Jehošua͑ b. Qorḥa ist hier gemeint? – Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, ein Darlehen auf einen Schuldschein dürfe man von ihnen nicht einziehen und ein Darlehen auf Wort dürfe man von ihnen wohl einziehen, weil es ebenso ist, als würde man es aus ihrer Hand retten. –
יב אלא הלכה כר' יהודה למה לי מחלוקת ואחר כך סתם היא ומחלוקת ואח"כ סתם הלכה כסתם
12 Wozu aber braucht er zu sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda, auf diesen Streit folgt ja eine anonyme Lehre, und wenn auf einen Streit eine anonyme Lehre folgt, ist ja die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden!?
יג מחלוקת בבבא קמא לצבוע לו אדום וצבעו שחור שחור וצבעו אדום רבי מאיר אומר נותן לו דמי צמרו רבי יהודה אומר אם השבח יתר על היציאה נותן לו את היציאה ואם היציאה יתירה על השבח נותן לו את השבח וסתם בבבא מציעא דתנן כל המשנה ידו על התחתונה וכל החוזר בו ידו על התחתונה
13 Der Streit befindet sich in Baba qamma: Sie ihm rot zu färben, und er sie schwarz gefärbt hat, schwarz zu färben, und er sie rot gefärbt hat, so muß er ihm, wie R. Meír sagt, den Wert der Wolle ersetzen; R. Jehuda sagt, beträgt der Mehrwert mehr als die Auslagen, so braucht jener ihm nur die Auslagen, und betragen die Auslagen mehr als der Mehrwert, so braucht er ihm nur den Mehrwert zu ersetzen. [Darauf folgt] eine anonyme Lehre in Baba meçia͑, denn wir haben gelernt: Wer abändert, hat die Unterhand, und wer zurücktritt, hat die Unterhand!? –
יד ורב הונא אצטריך סלקא דעתך אמינא אין סדר למשנה וסתם ואחר כך מחלוקת היא ורב יוסף אי הכי כל מחלוקת ואח"כ סתמא נימא אין סדר למשנה וסתם ואח"כ מחלוקת היא
14 Und R. Hona!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, da es in der Mišna keine Reihenfolge gibt, folge hierbei der Streit auf die anonyme Lehre. – Und R. Joseph!? – Demnach könnte man überall, wo auf einen Streit eine anonyme Lehre folgt, sagen, in der Mišna gebe es keine Reihenfolge, und der Streit folge auf die anonyme Lehre. –
טו ורב הונא כי לא אמרינן אין סדר למשנה בחדא מסכתא אבל בתרי מסכתות אמרינן ורב יוסף כולה נזיקין חדא מסכתא היא
15 Und R. Hona!? – Nur wenn beide in einem Traktate vorkommen, sagen wir nicht: in der Mišna gebe es keine Reihenfolge, wenn aber in zwei Traktaten, sagen wir es wohl. – Und R. Joseph!? – Die ganze [Sektion von den] Schädigungen gilt als ein Traktat.
טז ואיבעית אימא משום דקתני לה גבי הלכתא פסיקתא כל המשנה ידו על התחתונה וכל החוזר בו ידו על התחתונה:
16 Wenn du aber willst, sage ich: weil diese Lehre sich neben einer festgesetzten Lehre befindet: wer abändert, hat die Unterhand, und wer zurücktritt, hat die Unterhand.
יז תנו רבנן הנותן מעות לשלוחו
17 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seinem Vertreter Geld gegeben hat,